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24.03.2011 |  Reiseapotheke 2011

Informationen zur Reiseapotheke
 Die Deutschen sind nach wie vor Weltmeister im Reisen. Doch viele vergessen, ihre Reiseapotheke neu zu bestücken. Folge: Die meisten Deutschen sind im Urlaub nur mangelhaft gegen Krankheiten gewappnet. Bevor Sie eine Reise antreten, sollten Sie Ihre Reiseapotheke überprüfen.

Rechtzeitig vor Reiseantritt klären:
Sind Ihre vorhanden Arzneimittel abgelaufen?
Haben Sie Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen schon in ausreichender Menge besorgt?
Haben Sie sich erkundigt, ob Sie für das Reiseziel spezielle Maßnahmen treffen müssen? (z.B. Malariavorsorge oder bestimmte Impfungen?) Fragen Sie Ihren Apotheker!
Haben Sie Sonnenschutzmittel in ausreichender Menge? Man rechnet für einen Erwachsenen 20 ml Sonnenmilch pro Tag, für ein Kind 10 ml. Ein Sonnenbrand kann Ihnen die schönen Urlaubstage ganz schön verderben!
Auch wenn Medikamente im Reiseland oft günstiger sind, besorgen Sie diese lieber vor Reiseantritt zu Hause. Bevor Sie unbekannte Medikamente einnehmen, die Gefahren und Nebenwirkungen für Ihre Gesundheit haben können, lassen Sie sich rechtzeitig in Ihrer Apotheke beraten und frischen Sie Ihre Reiseapotheke auf.

Ohrenschmerzen beim Fliegen?
Ohrenschmerzen durch Luftdruckunterschiede können den Flug zur Tortur werden lassen. Anders als Erwachsene sind vor allem Kleinkinder häufig nicht in der Lage, durch Gähnen, Schlucken oder bestimmte Atemtechniken während des Starts oder der Landung selbst einen Druckausgleich herbeizuführen. Da sich die Ohrtrompeten im Schlaf nicht ausreichend öffnen, sollten die Eltern jedoch in jedem Fall darauf achten, das ihre Kinder bereits vor Beginndes Sinkfluges wach sind. Je nach Alter der Kleinen können Nuckeln, ständiges Trinken, das lutschen von Bonbons oder Kaugummikauen hilfreich sein. Auch abschwellende Nasensprays können Linderung bringen und sollten deshalb angewendet werden. Mehr Infos bekommen Sie hier!

Hier eine Liste mit Arzneimitteln, die unbedingt mit auf die Reise sollten:
-    Schmerzmittel
-    Mittel gegen Insektenstiche, Quallen, 
     Juckreiz und Sonnenbrand
-    Sonnenschutzmittel
-    Ein Mittel zur Wunddesinfektion
-    Augentropfen gegen     
     Bindehautentzündung 
-    Tabletten gegen Durchfall
-    Zum Verbinden:
     Pflaster, Mullbinde, elastische Binde,
     eine steile Einmalspritze mit Nadel
-    Fieberthermometer, Pinzette, Schere
-    Mittel gegen Reisekrankheit und Übelkeit
-    Vitamine und Mineralstofftabletten
-    Mittel gegen Magenbeschwerden
-    Salbe gegen Sportverletzungen
-    Mittel gegen Verstopfung
-    Nasentropfen

Beachten Sie bitte auch folgende Hinweise:
Nehmen Sie Reiseapotheke und Medikamente immer im Handgepäck mit
Reiseapotheke möglichst kühl lagern und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Nicht in tropischen Gewässern baden
Keine ungeschützten Intimkontakte

Chronisch Kranke müssen ihre Tabletten mitnehmen (evtl. Zeitverschiebung bei der Einnahme beachten!).

Extra Reisetipps für Diabetiker!!

Reiseapotheke für Diabetiker :

-    Zwischenmahlzeit/Reserve BE     
     (Einfuhrbest. Des Landes beacht.)
-    Blutzuckermessgerät
-    Blutzuckerteststreifen
-    Ersatzbatterien
-    Stechhilfe mit Lanzetten
-    Blutzuckertagebuch
-    Insulin, bzw. blutzuckersenkende 
     Tabletten ( zur Sicherheit doppelte 
     Menge als üblich )
-    Insulinpens bzw. Insulinspritzen
-    Penkanülen
-    Für „ Pen Notfälle „ einige U 100 
     Insulinspritzen
-    Azetonstreifen
-    Internationaler  Diabetikerausweis
-    Traubenzucker
-    Glucagon, ( Umgang mit Glucagon auch 
     dem Partner zeigen )

Um Komplikationen beim Zoll zu vermeiden, ein (englisch – sprachiges)
Attest Ihres Arztes,
in dem bescheinigt wird, dass Sie Insulin spritzen und Diabetes haben.

Wichtig :
Alles in doppelter Menge
(nach Urlaubslänge) und getrennt einpacken, 1 X beim Handgepäck und 1 X beim Handgepäck vom Partner oder Koffer (insbesondere bei Flugreisen).


Dosisanpassung bei Zeitverschiebung

Bei Fernreisen steht man vor der Frage, wie man die Medikamenteneinnahme an die veränderte Tageslänge anpasst. In der folgenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die Anpassung der Therapie an Zeitverschiebungen.

Vor Reiseantritt sollten Sie die Anpassung Ihrer Therapie mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater besprechen. Während der Reise ist es wichtig, häufiger den Blutzucker zu kontrollieren.

Reise nach Westen Reise nach Osten
Die Tage werden länger,
der Medikamentenbedarf steigt.
Die Tage werden kürzer,
der Medikamentenbedarf sinkt.
 
Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten.
Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine etwas verringerte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr langen Flug können Sie eventuell eine zusätzliche Dosis einnehmen.
Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine leicht erhöhte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr kurzen Tag können Sie eventuell eine Dosis auslassen.
 
Konventionelle Insulintherapie - 1-Spritzen-Therapie 
Verlängerung des Tages um mehr als
6 Stunden:
Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker, bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich 1/3 der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.

Verkürzung des Tages um mehr als 6 Stunden:
Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um 1/3. Sollte 10 Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich 1/3 der normalen Dosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
 
Konventionelle Insulintherapie - 2-Spritzen-Therapie 
Verlängerung des Tages um mehr als 6 Stunden:
Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker, bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich 1/3 der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.
Verkürzung des Tages um mehr als 6 Stunden
Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um 1/3. Sollte 10 Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich 1/3 der Morgendosis mit der Abenddosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
 
Intensivierte konventionelle Insulintherapie
Spritzen Sie alle 4 Stunden kleine Korrekturdosen kurzwirksames Insulin ODER erhöhen Sie die Basalinsulin -Dosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag länger wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt.
Vermindern Sie die Basalinsulin-Dosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag kürzer wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt.
 

Im Urlaub steht die Vermeidung von akuten Diabeteskomplikationen wie der Unterzuckerung oder der Ketoazidose im Vordergrund. Als Diabetiker sollten Sie über mögliche Gefahren informiert sein und diese durch eine gute Reisevorbereitung vermeiden. Steht im Alltag das Therapieziel "Normoglykämie" (Blutzuckerwerte wie beim Gesunden) im Vordergrund, so können im Urlaub auch etwas höhere Blutzuckerwerte das Ziel sein, um Unterzuckerungen zu vermeiden. So wird der Urlaub möglichst wenig durch den Diabetes belastet.

Wichtig : Die größte Hypoglykämiegefahr besteht nach Langstreckenflügen während der ersten Nacht nach der Zeitverschiebung. Hier sind zusätzliche Blutzuckerkontrollen (alle 2 Std.) nötig.

Lagerung von Insulin auf Reisen:

Wenn immer möglich Insulin im Kühlschrank bei 2–8°C aufbewahren, falls nicht möglich, an einem möglichst kühlen und dunkeln Ort. Bei Raumtemperatur (bis 25°C) aufbewahrt, muss Insulin innerhalb von 6–8 Wochen, bei Temperaturen bis 30°C innerhalb 4 Wochen aufgebraucht werden.
Insulin vor direktem Sonnenlicht schützen.
Insulin nicht zu hohen Temperaturen aussetzen (Achtung: Kofferraum oder Handschuhfach im Auto, elektronische Apparate wie z.B. Fernseher).
Geforenes Insulin darf nicht mehr verwendet werden (Achtung: Insulin nicht zu nahe an Kühlaggregat oder Kühlelemente legen).

Wir fahren mit dem Auto ans Urlaubsziel und haben eine etwa 10stündige Fahrt - was sollte ich wissen?? 


-    Häufige Blutzuckermessungen 
     durchführen
-    alle 2 Stunden eine Pause einlegen 
     ausreichend rasch resorbierbare 
     Kohlenhydrate mitnehmen
-    möglichst keine längeren Nachtfahrten
-    bei den geringsten Unterzuckerungs-
     anzeichen sofort anhalten
 

Sonstige Hinweise für Insulinbehandelte Kraftfahrer


-    Gewohnte Verteilung der Mahlzeiten 
     und der Insulininjektion einhalten
-    Vor Antritt einer Fahrt den Blutzucker 
     nur vorsichtig korrigieren und in jedem 
     Fall die geplanten Kohlenhydrate essen
-    Vor Beginn einer längeren Fahrt aus 
     Sicherheitsgründen - und auch aus 
     juristischen Gründen eine 
     Blutzuckerselbstkontrolle durchführen 
     und dokumentieren!!
-    Den Blutzucker während der Fahrt 
     lieber etwas über dem gewohnten 
     Niveau halten, gut sind 120-150 mg/dl .
-    Lieber etwas essen, wenn man nicht 
     sicher ist, daß der Blutzucker über 120 
     mg/dl liegt.
-    Im Auto ausreichende Mengen an 
     schnellwirksamen Kohlenhydraten 
     (Traubenzucker, Saft, Cola ...) 
     griffbereit haben - auch der Beifahrer 
     soll den Aufbewahrungsort kennen.
-    Regelmäßig die Sehleistung durch eine 
     halbjährliche Untersuchung durchführen 
     lassen
-    Bei Neueinstellung oder Therapie-
     umstellung besser nicht selbst mit dem 
     Auto fahren!

Impfschutz

 

- mehr Impfschutz braucht, wer mit mehr Erregern in Kontakt kommt. Welche Impfungen und sonstige Vorsorge zu empfehlen, notwendig oder vorgeschrieben sind, darüber entscheiden: Reiseziel, Reiseart ( Pauschalreise, Rucksacktrekking), Alter und Gesundheitszustand. Ein ärztlicher Gesundheitschek vor Reiseantritt ist jedem chronisch Kranken anzuraten. Je exotischer die Reiseziele, je länger der Aufenthalt, je enger der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, desto eher werden spezielle Fragen zu Impfungen und Prävention auftauchen und somit eine tropenmedizinische Einrichtung konsultiert werden.

Fernreisen : Anlass zum allgemeinen Impfcheck!

- Jeder Reisende sollte gemäß Alter ung Geschlecht nach dem aktuellen Impfkalender der STIKO durchgeimpft sein. Große Lücken bestehen oft bei den empfohlenen Auffrischimpfungen, gleich ob im Kindes oder Erwachsenenalter. Für Impfungen gegen Tetanus und Diphterie gilt der Zehn-jahres-Rhythmus. Bei Jugendlichen im Alter von neun bis 17 Jahren ohne Hepatitis-B-Schutz soll diese Impfung nachgeholt bzw. eine unvollständige Grundimmunisierung komplettiert werden. In derselben Altersspanne sollen Jugendliche eine Auffrischimpfung mit inaktivierter polio-Vakzine ( IPV) erhalten. Sofern die letzte Polioimpfung über zehn Jahre zurückliegt, ist die Auffrischimpfung auch bei Reisen in Risikoregionen indiziert.

- Polio-Wildviren sind zur Zeit nach Angaben der DGT nur noch in vier Ländern endemisch : in Nigeria, Afghanistan, Pakistan und indien. In zahlreiche andere wurden sie wieder eingeschleppt. Das gilt derzeit noch für das tropische Afrika sowie vereinzelt für Süd- und Südost-asien. Polio-Ausbrüche meldete die WHO erst im Frühjahr 2009 aus Nigeria, Sudan und Westafrika.

- Kombinations-Auffrischimpfungen T/d, T/d/IPV können buchstäblich in letzter Minute vor Reiseantritt erfolgen. Der Impferfolg liegt bei nahezu 100%. Bei älteren Menschen fällt die Immunantwort auf impfungen in der Regel schwächer aus, die Schutzwirkung kann geringer sein.

- Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet. Die chronische infektion erhöht die Gefahr von Leberzirrhose und Leberkrebs. In Ländern mit hoher Prävalenz ist der virusbedingte Leberkrebs eine der häufigsten Krebsformen. Als Reiseimpfung empfiehlt das Robert Koch-Institut die Hepatitis-B-Impfung bei längeren Aufenthalten ( mehr als 1 Monat nach WHO) in solchen Regionen und/oder bei zu erwartenden engen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung. Als Standartimpfung sollte sie jedoch bei jeder Reiseberatung auch als generell empfehlenswerte Impfung für Erwachsene angesprochen werden. Die Ansteckung erfolgt parenteral, im Allgemeinen durch Intimkontakte. In Regionen mit suboptimalem medizinischem Standart kann das Virus aber auch z.B. bei Zahnarztbesuchen, Injektionen, im Rahmen der Wundversorgung, bei Tätowierungen übertragen werden. Wichtig ist die rechtzeitige Impfung!!! gegen Hepatitis-B ist ein wirksamen Last-Minute Schutz nicht möglich. Auch nach der zweiten Impfung, die frühestens ein Monat nach der ersten erfolgen soll, erreicht der Schutzgrad nur 60%. Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr gibt es Darreichungsformen mit reduzierter Dosis. Die aktive Hepatitis-A-Impfung ist als klassische Reiseimpfung für alle nicht-immunen Reisenden in wenig entwickelte Länder zu empfehlen. Das Risiko steigt generell östlich der Oder südlich der Alpen. Hauptquellen der fäkal-oral übertragenen Infektion sind kontaminierte trinkwasser oder Lebensmittel. Fehlt dafür vor Reiseantritt die Zeit, sollte aktiv geimpft werden, da eine Überimpfung nicht schadet, und die Erkrankung im höheren Lebensalter mit schwereren Verläufen und höherer Letalität assoziiert ist. Auch  bewirkt schon die erste Gabe der Hepatitis-A-Vakzine einen ca. 80%igen Schutz. Er erreicht bis in 3 Wochen an die 100% und hält mindestens 6 Monatean. Bei gleichzeitiger Indikation für Hepatitis A und B ist ein Kombinationsimpfstoff verfügbar.

- Gelbfieber und Meningikokken: Das Gelbfiebervirus wird von Stechmücken im tropischen Afrika und Südamerika übertragen, nicht aber in Asien. Die Erkrankung ist selten, aber mangels wirksamer therapie häufig letal. Der Nachweis einer Impfung kann bei Einreise in oder aus Gelbfiebergebieten verlangt werden. Die gegebenenfalls vorgeschriebene Impfung erlangt zehn Tage nach Applikation Gültigkeit, sofern im Impfpass komplett dokumentiert. Die Lebensvakzine schützt nach 7-10 Tagen fast 100% für die dauer von zehn Jahren.  Kontraindiziert ist sie bei Hühnereiweißallergie, bei schwerer Immunsuppresion und bei Schwangeren. Abstände zu anderen Lebendimpfungen sind zu beachten.

Meningokokken-Impfung wird für Pilger nach Mekka in Saudi Arabien gefordert. Sie wird ab dem zehnten Tag nach der Impfung gültig und schützt für 3 Jahre. Medizinisch sinnvoll ist sie auch für Reisende in den " Meningitisgürtel" der Subharazone bei engem Kontekt zur einheimischen Bevölkerung. Davon zu trennen ist die hierzulande durchgeführte Standartimpfung mit Konjugatimpfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr, die sich lediglich gegen Meningokokken der gruppe C richten. Bei dieser Impfung ist eine Auffrischimpfung im Teenageralter sinnvoll, da hier ein zweiter Krankheitsgipfel besteht.

Indikationsimpfungen bei besonderen Risiken

- Mehr oder weniger wichtig sind Typhus, Cholera, Meningokokken-Meningitis, Tollwut, FSME, Influenza, Pneumokokkenerkrankungen und japanische Enzephalitis. Einen Typhus abdominalis importiert nach Schätzungen einer von 30000 Fernreisenden. Zu den Exporteuren zählen vor allem Pakistan, indien, Thailand, Indonesien, Ägypten, Türkei und Marokko. Bei Reisen in solche Länder mit geringen Standarts in hygiene und Trinkwasserversorgung kann die Typhus-impfung geboten werden. Das Risiko erhöhen Rucksack- und Abenteuerreisen und Naturkatastrophen. Die Übertragung von Salmonella typhi/paratyphi erfolgt fäkal-Oral durch Lebensmittel, wasser oder direkten Kontakt. In der Regel gilt : Peel it, cook it, or forget it !

Präventativ stehen zwei Impfstoffe zur Wahl: Der parenterale Impfstoff aus hochgereinigtem Antigen bietet nach einer Woche eine ca. 70%ige Schutzwirkung, gemessen als induzierte Antikörper, die drei jahre anhalten soll. Der orale Typhus-Lebendimpfstoff wird als magensaftresistente Kapsel dreimal im Zwei-Tage-Abstand eingenommen. Unmittelbar vor, während und drei Tage nach der Schluckimpfung dürfen keine Antibiotika, Sulfonamide oder Malariamittel gegeben werden; auch Abführmittel sind zu vermeien. Bei gleichzeitiger Indikation für Typhus und Hepatitis A stehen für Jugendliche ab 16 Jahre und Erwachsene parenterale Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

Die Cholera ist eine weitere schwere Darminfektion, die in den Armenhäusern dieser Welt zu Hause ist. Die Gefahr durch die hierzulande meldepflichtige Erkrankung ist für Normalreisende im Allgemeinen sehr gering. Sie wird aber von manchen Ziel- oder Transitländern verlangt. Eine STIKO oder WHO Empfehlung für die Cholera Impfung besteht nicht.Die Wirksamkeit der Choleraimpfung ist etwa eine Woche nach der zweiten Impfung gegeben, sie hält sechs Monate bis max. 2 Jahre.

Die Tollwut kommt mit wenigen Ausnahmen weltweit vor. Die höchsten Fallzahlen werden aus Süd- und Südostasien gemeldet. Übertragen wird das Rabiesvirus durch Bisse, Kratzverletzungen oder Kontamination von Schleimhäuten  mit dem Speichel infizierter Hunde, Katzen oder Fledermäuse. Die Infektion ist unbehandelt tödlich. Einen sicheren Schutz bietet die Grundimmunisierung nach dem üblichen Schema. Nach einer Grundimmunisierung beträgt die Schutzwirkung bis zu 5 Jahre.

Das FSME-Virus kann beim Menschen zu Meningitis, Enzephalitis und Myelitis führen. Verbreitungsgebiete von Zecken, die das Flavirus übertragen, liegen bislang im südlicheren Deutschland, den angrenzenden Ländern Tschechien, ungarn, Slowenien und Kroatien, in Südskandinavien und in weiten Teilen Osteuropas.

Die japanische Enzephalitis wird durch ein dem FSME Virus verwntes Flavivirus hervorgerufen. Die neurotropen Flaviviren können Enzephalitis und Meningitis hervorrufen. Hauptverbreitungsgebiete der Erkrankung sind Südostasien, Japan, Korea, der Osten Chinas und Indien. Die jap. Enzephalitis wird durch nachtaktive Culex-Stechmücken übertragen. Die ausgebrochene Erkrankung verläuft schicksalhaft: ein drittel gesund, ein Drittel erleiden neurologische Folgeschäden, ein drittel stirbt. Im April wurde europaweit ein neuer Zellkulturimpfstoff gegen das JE-Virus für Erwachsene zugelassen.

Noch immer steht keine wirksame Impfung gegen Malaria zur Verfügung. Die Übertragung der plasmodien erfolgt in erster Linie über die dämmerungs- und nachtaktive Anopheles Mücke. Die Vorbeugung ruht auf dem Schutz vor Stichen und der vorbeugenden Einnahme  von Medikamenten. Der Schutz mittels Moskitonetz, Repellentien und Insektiziden ist angesichts der Resistenzentwicklung gegen Malariamittel besondern wichtig- aber nur begrenzt wirksam.

Eine interessante Internetseite zur Planung
Ihrer Reise: www.travelmed.de
 

Bild-Quelle : gesundheit.de



www.travelmed.de

 
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