In Deutschland leidet etwa jeder sechste Bundesbürger unter Heuschnupfen - Tendenz steigend! Auslöser sind Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide. Über die Atemwege gelangen sie in den Körper und lösen eine allergische Reaktion aus. Symptome sind zu Beginn Jucken und Rötung der Augen sowie Kribbeln in der Nase. Dann schwellen die Schleimhäute an und es kommt zu Tränenfluss, Niesattacken und verstopfter Nase.

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion des Körpers, die durch Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide ausgelöst wird. Die Saison für Pollenallergiker mittlerweile schon zwischen Februar und März. Experten sind in Sorge über den Trend, dass der Pollenflug jedes Jahr ein bisschen früher beginnt. Die zunehmend verschmutzte Atemluft, die uns gerade auch im Sommer zu schaffen macht, trägt bewiesenermaßen ebenfalls zu der steigenden Zahl von Heuschnupfen-Geplagten bei.
Typische Symptome des Heuschnupfens
Fließschnupfen mit sehr starker wäßriger Flüssigkeitsbildung
Verstopfte Nase durch die geschwollene Schleimhaut
Heftige, häufige Niesattacken, Juckreiz
Am Auge:
Rötung, Juckreiz, Brennen, Lichtempfindlichkeit
Tränenfluß Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit
Je nachdem zu welcher Jahreszeit die allergisierenden Pflanzen blühen, treten die Beschwerden auf. Das sind noch die harmlosen Beschwerden einer Pollenallergie. Wen es richtig und dauerhaft erwischt, der kann auch Symptome wie Husten, Atemnot, Asthma bronchiale, Magen-Darm-Störungen, Migräne oder Hautekzeme entwickeln. Betroffene klagen auch häufig über Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Depressionen.
Stoffe, die häufig Heuschnupfen auslösen
Im Frühjahr fliegen Hasel- und Erlenpollen. Im April und Mai sind es vor allem Birke, Eiche und Buche.
Roggenpollen und von andere Getreidepollen sowie der meisten Süßgräser auf Wiesen und Weiden beginnen um Juni zu fliegen.
Im Juli und August werden die Pollen von Kräutern wie Beifuß und Wegerich vom Winde verweht. Etwa zur gleichen Zeit finden sich auch die Sporen der Schimmelpilze Alternaria und Cladosporium in der Luft. Sie benötigen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, um ihre Sporen zu bilden. Richtig aktiv werden sie daher an kühlen und feuchten Spätsommerabenden. Zur Diagnose einer Pollenallergie werden Hauttests durchgeführt, bei denen Pollenextrakte auf die Haut geritzt werden. Blutuntersuchungen (RAST-Test) ergänzen die Diagnose. Eine konsequente Behandlung der Pollenallergie ist wichtig, da sich aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickeln kann. Der Arzt berät Sie auch darüber, welche Möglichkeiten der Behandlung für Sie in Frage kommen.
Wichtig ist also, seine Pollenallergie konsequent zu behandeln, damit aus einem Heuschnupfen nicht ein allergisches Asthma wird! Bei Verdacht auf eine Allergie oder wenn starke Beschwerden wie Nesselsucht oder Atembeschwerden auftreten, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er berät Sie über Behandlungsmethoden bei Heuschnupfen, kann einen Allergietest machen, und Ihnen gegebenenfalls stärker wirkende antiallergische und entzündungshemmende Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen z.B. mit Kortison verordnen.
Das Kreuz mit den Allergien
Ein Unglück kommt leider auch bei den Allergien selten allein. Wer unter einer Pollenallergie leidet, reagiert häufig auch auf bestimmte, genau definierte Nahrungsmittel allergisch. Man spricht von Kreuzallergien. Birkenpollenallergiker verspüren beim Biss in den frischen Apfel Kribbeln und Schwellungen im Mund- und Rachenraum. Diese pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien gehören zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.
Pollenart, Nahrungsmittelallergie
Birke, Erle, Hasel, Pflaume, Aprikose, Kirsche, Pfirsich, Apfel, Birne, Kiwi, Litschi, Avocado,Haselnuss, Mandel, Karotte, Sellerie, Tomaten, Kartoffel, Pfeffer, Senf, Kümmel, Koriander, Gräser, Getreidemehle, Soja, Erdnuss, Sellerie, Kartoffel, Petersilie, Thymian, Kräuter z.B. Beifuss, Kamille, Wegerich, Sellerie, Fenchel, Karotten, Anis, Curry, Kümmel, Koriander, Petersilie, Dill, Pfeffer, Muskat und Haselnuss, Naturlatex, Maracuja, Grapefruit, Ananas, Bananen, Ficus benjamini
Medikamente, die die Symptome lindern
Zur Vorbeugung und zur Behandlung verwendet man Calciumtabletten und Nasenspray oder Augentropfen, die z.B. Cromoglicinsäure enthalten. Sind die Nasenschleimhäute angeschwollen, kann man kurzfristig abschwellende Nasentropfen benutzen. Bei geröteten Augen können kurzfristig Augentropfen gegen Bindehautentzündung helfen. Bei starken, akuten Beschwerden helfen antiallergische Tabletten oder Tropfen – so genannte Antihistaminika. Zur Vorbeugung und Behandlung gibt es auch Mittel auf homöopathischer Basis. Nasenpflege nicht vernachlässigen: Besonders wichtig ist, die Schleimhäute in den Atemwegen feucht zu halten, denn sie stellen einen entscheidenden Schutz gegen Viren und Bakterien dar.
Ursächliche Therapie – die Hyposensibilisierung
Die einzige Therapie, die versucht, die Allergie ganz zu beseitigen, ist die Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Betroffenen das Allergen in langsam steigender Dosierung gespritzt, um ihn zu desensibilisieren, d. h., um ihn unempfindlich gegen das Allergen zu machen. Das Immunsystem reagiert dann meistens mit einer Umstellung, sodass Allergene, die vorher eine krankmachende Abwehrreaktion ausgelöst haben, wieder vertragen werden.
Wichtiger Tipp für alle Eltern:
Viele Geschwister vermindern das Risiko, dass die Kinder an Heuschnupfen erkranken. Das liegt Experten zufolge daran, weil es im vollen Kinderzimmer meistens unhygienischer zugeht und zu viel Hygiene das Auftreten von Allergien fördert.
Viren und Pollen müssen raus
Um der Entstehung von Allergien weiter auf den Grund zu gehen, nimmt das neue interdisziplinäre Allergie-Zentrum in Lübeck die lange Phase des Sensibilisierungsprozesses (die Entstehungsphase einer Allergie) genauer unter die Lupe. Möglicherweise sind häufige Infektionen ein Einflussfaktor bei der Entstehung von Allergien. Erweist sich diese Vermutung als richtig, sollten insbesondere Pollenallergiker versuchen, Schnupfen und andere Atemwegsinfekte zu meiden. Dazu gehört ein gutes Training des Immunsystems, zum Beispiel durch Sport und ausgewogene Ernährung.
Tipps gegen Heuschnupfen
- Fenster im Haus und im Auto geschlossen halten.
- Beim Autofahren die Lüftung abstellen und Fenster schließen.
- Den Aufenthalt im Freien auf ein Minimum reduzieren.
- Täglich abends die Haare waschen, damit die Pollen nachts nicht in Nase und Augen dringen.
- Als Urlaubsorte eignen sich das Hochgebirge oder die See.
- Antiallergisch wirkende Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten lindern die Symptome und helfen Ihnen, gut durch die Heuschnupfenzeit zu kommen.
- Pollenflugkalender aus der Apotheke und Pollenvorhersage verraten Ihnen, wann Ihre Pollen fliegen.
Kosenlose Pollenflugvorhersage:
Weitere Informationen finden Sie auch auf der seite des Deutschen Asthmabundes.
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